Ich werde Bürgermeister – Der Gamification-Aspekt von Foursquare®

Heute geht es ans Eingemachte: Den Gamification-Teil von Foursquare® auf den ihr schon so lange gewartet habt. Wer wollte nicht schon immer einmal Bürgermeister des TanteEmmaLadens nebenan werden?

Ha! Und auch dieses mal habe ich ein passendes Video auf Howcast gefunden, das Foursquare® noch einmal in aller Kürze erklärt:

Und nach dem Video jetzt zum theoretischen Teil: Gamification. “Gamification” beschreibt die Nutzung von spielerischen Elementen in einem Kontext, der im Grunde nichts mit Spielen zu tun hat (vgl. Schleiss 2013). Das bedeutet, dass man aus Alltagssituationen ein Spiel macht. Kaffeecup beschreibt das ganz gut am Beispiel der PAYBACK Likes Lounge, bei der man durch die Erfüllung bestimmter Missionen, beispielsweise durch Einkäufe in bestimmten Läden in einem bestimmten Zeitrahmen, zusätzliche PAYBACK-Punkte bekommt.
Beim Unternehmen PAYBACK ist dieser spielerische Teil nur ein Feature, das nebenbei zur Verfügung gestellt wird, das Produkt funktioniert auch so. Bei Foursquare® ist es meiner Meinung nach etwas anderes. Hier steht der Spiel- und Spaßfaktor im Vordergrund. Durch die Möglichkeit, durch mehrmaliges Einchecken an einem bestimmten Ort Belohnungen und Badges in der App zu bekommen oder einfach nur besser zu sein als der vernetzte Freund, generiert die App einen kleinen Suchtfaktor. Bin ich der erste meiner Freunde, der hier eincheckt? Wie oft haben andere hier eingecheckt? Wie oft muss ich wiederkommen, um “Mayor” zu werden? Dieser Fragen schwirren dem Nutzer schon beim ersten Benutzen der App im Kopf herum.
Was macht Gamification also so toll? Genau: Es werden menschliche Bedürfnisse befriedigt. Kaffeecup ist bei seinen Recherchen auf den Blogeintrag von Julia Pilz gestoßen, in der die Bedürfnisse der Nutzer aufgezeigt werden (vgl. Pilz 2012):
  • Selbstdarstellung
  • Belohnung
  • Status
  • Erfolg
  • Wettbewerb

Nun haben Kaffeecup, Niclas von DigitalFit und ich uns zusammen hingesetzt und versucht, das ganze zu visualisieren:

Gamification-Schema (eigene Darstellung)

Gamification-Schema (eigene Darstellung)

Wir sind davon ausgegangen, dass die genannten Bedürfnisse zu der Motivation führen, ein Produkt zu nutzen, welches Gamification-Aspekte beinhaltet, in meinem Fall Foursquare®. Durch diese kontinuierliche Nutzung kann eine Kundenbindung an das Produkt entstehen, da die Bedürfnisse des Kunden/Nutzers immer wieder befriedigt werden. Wenn das persönliche Netzwerk des Nutzers die App auch nutzt, wird das Bedürfnis des Wettbewerbs befriedigt, durch Gratis-Kaffee das Belohnungs-Bedürfnis und durch Ranglisten das Bedürfnis nach Status.

Gamification hat also in diesem Fall Vorteile für Unternehmen (Kundenbindung) und Kunden (Bedürfnisbefriedigung). Und dieser Aspekt bringt Foursquare® den Vorteil gegenüber der einfachen und schon oft beschriebenen Nutzung von Facebook zum Einchecken: Gespielt wird immer.

4 Gedanken zu „Ich werde Bürgermeister – Der Gamification-Aspekt von Foursquare®

  1. Da hast du natürlich absolut recht: Bei Foursquare stehen die Aspekte der Gamification viel stärker im Fokus als bei PAYBACK. Meiner Meinung nach grenzt dieser “Mehrwert” Foursquare auch deutlich von den ortsbasierten Anwendungen auf Facebook ab, von denen du in einem der vorherigen Beiträgen geschrieben hast. Dein Schlusssatz bringt das Ganze sehr gut auf den Punkt: Gespielt wird immer.

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